Weil uns Pferde so viel lehren… 🌱

vor allem über uns selbst, gab es diesen CoachingWorkshop über die Bewusste Mensch-Pferd-Kommunikation am bisher heißesten Wochenende diesen Jahres.
Das wir unheimlich viel von Pferden über uns selbst lernen können, würde ja wahrscheinlich jeder Pferdemensch unterschreiben. Allgegenwärtig sind die schönen Sprüche und Zitate dazu, wie sehr uns die Pferde spiegeln. Oftmals ist es aber gar nicht so leicht zu verstehen, was Pferdemensch da vom Pferd gespiegelt bekommt und die gesendete Botschaft zu entschlüsseln.
Bewusste Pferd-Mensch-Kommunikation bedeutete an diesem Wochenende, bewusstes Wahrnehmen meines Gegenübers aber vor allem Bewusstseinsschaffung für mich selbst, denn ich kommuniziere wie ich bin.
Wenn ich es schaffe, gut mit mir und meinen Bedürfnissen und Werten in Kontakt zu kommen, so kann ich auch gut mit meinem Gegenüber (dem Pferd) in Verbindung treten und seine Botschaften entschlüsseln. Soweit die Theorie.
In der Praxis haben an der Theorie die Köpfe geraucht, nicht nur wegen der Außentemperaturen. Wir haben uns an ein Persönlichkeitsmodell gewagt und unsere Werte und Bedürfnisse in Frage gestellt, die perfekte Horsewoman und natürlich den perfekten Horseman gebastelt und festgestellt, das Pferd und wir brauchen nicht nur schwarz ODER weiß, wir schwarz UND weiß. Wir müssen für das Pferd ein bisschen UND sein, im Gleichgewicht, ausbalanciert.
Mein liebstes Beispiel war der Halsring und das Glitzerkleidchen. Die Werte Vertrauen und Kontrolle und deren Balance. Als ein auf Harmonie bedachter Pferdemensch ist Vertrauen für uns meist ein hoher Wert und das Thema Kontrolle wird oftmals ein wenig abgelehnt (das müffelt nach fieser Kandare und Hilfszügeln). Das wir mit Halsring und Glitzerkleidchen bestückt, barfuß auf dem nackten Pferderücken, nicht nur Vertrauen brauchen, damit wir am anderen Ende der Wiese auch gemeinsam heile ankommen, sondern es gut ist vorher zu kontrollieren, ob unser Pferd auch verstanden hat und willens ist auf eine Hilfe mit dem Halsring auch anzuhalten, macht für die meisten Menschen jedoch Sinn. Kontrolle muss also nicht heißen, das Pferd mit allerlei Zeugs a la Folterkammer zu überwachen, um sich wohl zu fühlen und Vertrauen bedeutet nicht, sich einfach mal so fürs schöne Facebookbild dem galoppierenden Pferd auszuliefern.
Beide zusammen, gut ausbalanciert, machen ein schönes Bild. Auch noch dann, wenn die Kamera nicht mehr drauf hält.
Mancher Pferdemensch ist aus Unsicherheit zu kontrollierend und die Pferde machen uns ganz unterschiedlich darauf aufmerksam und versuchen oftmals dieser Kontrolle zu entgehen. Ein anderer vertraut soviel, dass er das fliegende Bein hinter seinem Rücken gar nicht erst bemerkt und seine ständig blauen Zehen, der enorm süßen Tollpatschigkeit seines Pferdes zurechnet.
Meist wird es mit dem Pferd schwierig, wenn wir von etwas zu viel sind, zu vertrauensvoll oder zu kontrollierend.
Wir haben an diesem Wochenende unsere „zu“-s erforscht und die Pferde dazu befragt. Wir haben geschaut, was wir noch brauchen, um noch perfekter zu werden. Und ich sage bewusst perfekter, denn die Botschaft sollte immer sein, dass jeder sich einfach schon mal perfekt fühlen darf.
Kleine Samen wurden gesetzt, die sich für manchen vielleicht zuerst einmal auch eher als Sandkörner im Getriebe anfühlten.
Alle Teilnehmer waren so tapfer in der Hitze, haben sich eingelassen auf Augekontakt-, Schweige- und Zuhörübungen. Waren so respektvoll miteinander, auch sich selbst gegenüber und so respektvoll mit den Pferden.
Danke liebe Teilnehmer und vor allem liebe Pferde, ich bin gespannt, wieviel perfekter ihr uns Menschen noch so hinbekommt!

Peppa hatte Besuch

von der lieben Lina Peuckert von Craniosacrale Tiertherapie.

Peppa kam vor fast genau 3 Jahren mit einer Art Ganganomalie zu uns, die ich mir mit ihrer Aufzucht und der schon in sehr frühen Jahren ausgebrochenen und vollkommen unbehandelten Hufrehe erkläre. Diese war schon mit ihren damals 5 Jahren, als wir sie übernahmen, in einem chronischen Zustand. Sie ist etwas trageschwach, hält sich zur Kompensation recht fest und konnte im ersten Jahr mit ihren hinteren „Holzbeinen“ kaum richtig galoppieren oder im Trab schick um die Ecke. Das ging auch immer ein wenig auf die Psyche. Ist das Pferd doch ein Bewegungstier und was ist, wenn sich dieses nicht richtig kraftvoll in der Bewegung ausdrücken kann? Peppa antwortete eher depressiv. Auch heute zieht sie sich immer noch mal schnell zurück, wenn etwas körperlich nicht so passt. Oder man könnte auch positiv sagen, sie sorgt gut für sich.

Vieles hat sich inzwischen getan. Peppa kann galoppieren, möchte als stark wahrgenommen werden und zeigen was sie kann. Sie ist selbstbewusster und präsenter.

Gestern, einen Tag nach der Behandlung haben wir ein wenig fluffig zu Viert frei „gearbeitet“. Lina hatte vorgewarnt: Peppa könnte eine Woche ein wenig aufmüpfiger sein als sonst. Ich liebe aufmüpfig, besonders Peppas kleine Hörnchen. Ist es doch immer Zeugnis dafür, dass sie Kraft hat und es ihr gut geht.

Liebe Lina… Peppa hat gestern dem Bosse das Fürchten gelehrt, denn sie hatte beschlossen nicht mehr ständig von ihm an sich rummäkeln zu lassen. Und sie ist so kraftvoll durchgesprungen galoppiert, ich habe leider kein Video für Dich 😜, weil ich lieber zuschauen und genießen wollte. Dankeschön! 🤗

Foto: Kleines Zeugnis von großer Wellness!

Und auch wir sind wieder mit dabei

….und machen „Show“! Wir sind übrigens diesmal nicht nur das Schimmeltierchen & ich … denn … Trommelwirbel …. es kommen auch die Mia & die Peppa mit. 🤩 Und die feiern ihr Debüt: Die allererste Veranstaltung für Beide. Das wird bestimmt ein klitzekleines „büsschen“ aufregend.
Als die Mia vor 13 Jahren geboren wurde, hätte ich niemals gedacht, dass wir irgendwann mal sowas als Mamamiagespann machen. Wie cool! 🥰
Kommt zahlreich, besucht uns und habt Spaß an tollen Prüfungen in super entspannter Atmosphäre. Und mit uns. Wir freuen uns auf jeden Fall drauf!

P.S.: Lieber Frank und liebe Nina. Wenn also bei meiner Mia vererbungsmäßig tatsächlich nur ein Elternteil (das bin ich, unser Schatzmann begleitet seine irren Pferdemädchen nur) etwas überproportional wahnsinnige (hüstel) Pferdegene mitgebracht hat und bei Euch das im Doppelpack vorhanden ist, werdet ihr wohl in nicht wenigen Jahren als Vierergespann unterwegs sein können. 😜

PRÄSENT SEIN. PFERBUNDEN WERDEN. 💙

Ich hab sie so lieb und hab lange in meinem Kopf gesucht nach diesen zwei total kurzen Sätze, meinem Motto, das mich seit Anfang des Jahres auf meinen Jacken, Pullis, natürlich auf der Website und so weiter durch den Alltag begleitet und neuerdings auch Thema meiner brandneu konzipierten Workshops ist.

Präsent sein und pferbunden werden. Hier steckt mein kleiner Schlüssel zum Glück drin. Ja, auch der Schlüssel zu so manchem Pferdeherzen. Also auch wiederum zum Glück und so. 😜

Pferde leben präsent. Im Hier und Jetzt. Sie sind. Wir meist eher nicht. Wir sind nicht Jetzt sondern ganz oft gestern oder morgen, am Handy, im Gedankenkarussell oder sonst wo. Aber nicht Hier bei dem Sonnenstrahl, den die Sonne gerade sendet, spüren selten bewusst den Wind, der gerade durch unser Haar streicht, der muss schon eher am Haar zotteln, damit wir ihn bemerken. Es ist jedoch lohnenswert mal aus dem Gedankenkarussell auszusteigen und das Handy beiseite zu legen und in die Zeitzone einzutreten in der das Pferd lebt. Die ist nämlich Jetzt. Hier können wir dann mit ihm gemeinsam sein und anfangen zu kommunizieren.

Präsent sein bedeutet jedoch nicht nur einfach die mich umgebende Welt und die die in ihr leben bewusster wahrzunehmen. Es bedeutet auch mit allem was ich bin präsent in diese Welt zu treten, freundlich und bestimmt Grenzen zu setzten, bewusst mit meinen Stärken und Schwächen umzugehen, klare Entscheidungen zu treffen. Ja, sichtbar zu sein! Für mich und für andere und für das Pferd. Wem das gelingt, der erntet Verbundenheit zur Welt, zu sich und auch zum Pferd.

Und diese Verbundenheit kann tragen. Durch gruselige Hallenecken, über Sprünge, durch dunkle Wälder, von der Weide mit den Kumpels hin zum Reitplatz, sogar in Hänger. Ist nichts vollkommen abgefahren spirituelles sondern etwas ganz alltägliches. Einfache, gelebte, Alltagspiritualität halt.

Präsenz ist das, was Kommunikation mit dem Pferd zu pferbindender Kommunikation macht. Für mich ist Hier und Jetzt zu sein jedoch
nicht nur reiner Zweck, um mit dem Pferd in Kontakt zu treten und etwas von ihm zu bekommen. Es ist fast eine Art Selbstzweck, in Kontakt treten mit mir, gelebte Achtsamkeitspraxis, kleine Meditation. Und das ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum die Pferde schon so lange im meinem Leben sind und mich einfach nicht loslassen. Jede Begegnung mit einem Pferd ist für mich kleine Meditation, kleine Auszeit in einer anderen Zeitzone als unserer menschlichen.

Ich wünsche Euch allen eine wunderbare, präsente und pferbundene Woche mit viel Auszeit (…in einer andere Zeitzone)!

Und weil es so schön passt, hier mal ein „zitiertes“ Bild.

Getragen werden oder vom Wollen und Können 🍃

Ein ziemlich unspektakuläres Bild, für mich aber Zeugnis einer der schönsten Reitmomente der letzten Jahre. Amy hat bisher auf dem Rücken viel eher ertragen als getragen. Unsere Verbindung riss meist in dem Moment ab, wenn ich auf ihr war. Sie ist geflüchtet, gerannt, der Stresslevel war schon beim satteln meist recht hoch. Es gab natürlich immer kleine Lichtblicke bei günstigem Westwind, nur linksdrehenden Haferkulturen, die Zeit hat etwas gebracht aber so richtig schön wurde es nie. Jegliche Desensibilisierung, einfach vollkommen sinn- und wirkungslos bis eher kontraproduktiv. Ich wollte nie, dass sie einfach nur still hält, es sollte sich doch vor allem auch gut anfühlen für uns Beide.
Reiten auf Amy? Mir hat das schlicht meist keinen Spaß gemacht, ihr noch viel weniger. Ich habe mir oft die Frage gestellt, ob es leichter wäre, sie einfach nicht zu reiten? Von unten ist sie doch großartig! Wieso also auf ihr reiten? Ob Pferde überhaupt geritten werden wollen? Eine kleine, interessante Schaffenskrise.
Aber nun zu diesem Bild. Amy ist auf unseren Runden immer als Handpferd mit dabei. Auf diesem Bild bin ich einfach mal, weil ich mir dachte es wäre eigentlich ganz schön, von Bosse auf Amy rüber gerutscht. Und Amy trug mich im wahrsten Sinne des Wortes. Sie ist superduper rund und bei ihren sehr fließenden, energischen Bewegungen kann es einen ohne Sattel mal nach hier und da verschlagen. Amy hat mich balanciert und mich immer wieder gefunden. Sich angepasst, nach mir gehorcht, ist in Verbindung geblieben. Als ich dann abstieg hat sie mich fast triumphal angeschaut als würde sie sagen wollen, hast Du das gesehen? Oder eher, hast Du das gefühlt? Ja, hab ich. Danke meine kleine Kanonenkugel!
Amy hat mir gezeigt, was es heißt wirklich getragen zu werden, etwas das so selbstverständlich ist im Sprachgebrauch von uns Reitern. Es wird so viel über die biomechanischen Gesichtspunkte des Tragens gesprochen, dabei ist es so wichtig auch die Frage stellen, ob mein Pferd mich auch mental wirklich trägt oder nur mitschleppt und erträgt.
„Zwei Geister müssen wollen, was zwei Körper können.“ (Bent Branderup)
Worte die mich schon seit Jahren begleiten, doch jetzt noch einen so viel tieferen Sinn bekommen haben. Und am Ende fängt das WOLLEN und KÖNNEN auch in der Reitkunst eben auch damit an, ob mich das Pferd überhaupt auf seinem Rücken tragen will und ja auch kann. Und die Kunst besteht vielmehr darin, dieses Ja zu bekommen und nicht in der Piaffe. Und ganz am Ende wäre die Menschenwelt, würden wir dem Ja mehr Beachtung schenken als so mancher spektakulären Darbietung Bewunderung, für so manches Pferd viel erträglicher. Und für die Menschen auch, denn es ist so wunderschön von jemand anderem im wahrsten Sinne des Wortes durch diese Welt oder in meinem Fall durch den Wald getragen zu werden, da kann mich die Piaffe echt mal. 😜

Mein kleines Prinzessinnentierchen Amy ♕

… ist jetzt auch oben druff liberty unterwegs. Und ich freu mich wie verrückt, dass ich es gewagt habe „DA“ so drauf zu steigen. Es wäre nämlich zu Schade gewesen meine kleine quirlige Kanonenkugel nicht so frei von oben zu erleben. Was so in Ermangelung von passendem Kanonenkugel-Equipment (da hält nämlich noch nicht einmal ein Pad drauf) und gesundem Menschenverstand alles möglich wird. 😜
Die Mia Langstrumpf war nebenher natürlich auch mit ihrer Peppa unterwegs und Amy und ich haben bei unserem nicht ganz unterschwelligem Battle ein wenig den kürzeren gezogen. So schicke Galopprunden mit Sprungeinlage und Schnörkel und trallala sind uns noch zu heikel. Aber der Ehrgeiz ist geweckt! 😎
(Leider ohne Bild von den springenden Glanzleistungen der Miapeppakombo aber den Rest gibt es schön verschwommen zu bewundern, denn ich habe entweder die schlechteste Handykamera der Welt oder vielleicht auch einfach nur die dreckigste Linse 🤔)

Kommunikation pferbindet 🔗

… wenn wir dem WIE mehr Beachtung schenken als dem WAS.
Wie wir Menschen zueinander in Verbindung stehen wird schließlich auch eher im Subtext unserer Kommunikation ausgehandelt und übermittelt und nicht im „aus“-gesprochenen Wort bzw. Sachtext.
Eigentlich ganz einfach aber leider nicht leicht. Wir sind so viel damit beschäftig, WAS wir mit dem Pferd machen wollen, da geht das WIE tatsächlich oftmals ein wenig im Alltag unter. Deshalb haben wir unter diesem Motto gestern in unglaublich schöner und durch den Tag tragender Runde (ihr wart alle echt toll! 🤗 die Ponies sowieso) einige der WIE-Themen der pferdischen Kommunikation erforscht. Und gemeinsam und achtsam einfach an UNS mit dem Pferd geworkshoped. Raum, Energie, Körpersprache und Selbstführung waren die Themen und es kam über getanzte, geschlagene und geatmete Mensch-zu-Mensch Übungen noch einiges an Themen dazu. Außerdem hatte eben auch jeder Mensch sein eigenes persönliches Thema mitgebracht und die Pferde haben klar, freundlich und bestimmt auf einige davon aufmerksam gemacht. Schön, wenn man in einer Runde von Pferdemenschen ist, wo jede Pferdestimme Gehör findet. Ich liebe meinen Arbeit! ☺️

             

ACHTSAMKEIT, Partnerschaft & Kommunikation 🍃

Ein Workshop zum Junggesellinenabschied sollte es sein. Was für ein wunderschöner Auftrag für die Ponies und mich. 🤗
Wir haben miteinander Worte gesammelt, tanzend kommuniziert, mit den Ponies gespielt und am Ende mit rauchenden Köpfen noch so viel gelacht. Mancher voller Energie, mancher einfach sonntagsgroggykuschelbedürftig, laut und leise, die Ponies voller Frühlingsgefühle, es durfte so sein. 🙏
Und am Ende auch herausgefunden, dass Grenzsetzung für sich selbst und eben auch dem Anderen gegenüber ein etwas vergessenes und so wichtiges Thema fürs achtsam, präsent und pferbunden sein ist.
ACHTSAMKEIT, was für ein wunderbares Thema am Pferd. Es wird eine Wiederholung geben, für alle die Lust auf dieses schöne Thema haben, nicht nur für zukünftige Ehefrauen und deren Freundinnen. 😉

  

 

Übers knutschen, lächeln und Zunge rausstrecken ;)

Mia und ich tasten uns derzeit ans fotografieren ran…
Plan: alle drei Ponies hübsch in die Kamera lächelnd mit mir auf einem Foto (ich natürlich auch ein wenig hübsch guckend).
Ergebnis: Ein Pony frisst immer, mindestens eins macht immer ein seltsames Gesicht oder verdeckt mich beim fragenden an mir rumnuscheln („Anne, was machen wir hier eigentlich?“). Und ich? Auch leichte Gesichtsinkontinenz beim Lächeln auf Bestellung, Ponykopf aus dem Gras pflücken und Ponyfragen beantworten.
Gefühlte 500 Fotos später geben wir auf. Und damit die Laune bei allen wieder steigt gibt es eine Runde Quatsch. Und schon sind alle Ponies mit an Board beim wer kann besser knutschen, lächeln und Zunge bekloppt rausstrecken. Tag doch noch gerettet! 😅
👉 Merke: Knutschen, lächeln und auch Zunge raus strecken kann den Tag retten!

Die Sache mit der Pippi Langstrumpf 🤸‍♀️

Ich beobachte die letzten Wochen meine Mia und ihre Peppa und bin irritiert: Irgendwie will ich auch ein bisschen mehr von dem haben, was die Beiden da haben. Mia strahlt die meiste Zeit bis ins Bett hinein vor Freude über all die Geschenke von Peppa. Und Peppa bietet Mia alles mögliche an, um sie zum strahlen zu bringen (und ja, um auch mal was leckeres zu bekommen 😉).
In den letzten Wochen wird aus dem Pferdemenschlein immer mehr ein Pferdemensch und aus der unsicheren Peppa immer mehr die Stute mit echt viel Schalk hinter den Ohren, die in ihr steckt.
Was hat sich verändert? Mia ist schon immer als Pippi unterwegs, spielt unermüdlich mit Peppa. Mia spielte aber schon immer. Das kann es also nicht sein. Neuerdings hat Mia aber auch Ideen bekommen. Eigene Ziele, was sie mit Peppa machen möchte. Dabei macht sie sich viel Gedanken darüber, was Peppa denkt was sie möchte und was Peppa braucht, damit sie ein bestimmtes Ziel erreichen. Sie überlegt, wie sie sich Peppa erklären kann und versucht zu verstehen was Peppa ihr sagt. Und experimentiert eine Menge. Und ich erinnere mich… an mich.. als Teenager.
Und ich? Ich spiele eigentlich auch so gern ABER manchmal nimmt beim Thema Pferd auch einfach das berufliche überhand und ich plane: Heute Longe, morgen Freiarbeit, bergauf zur Muskelkräftigung muss auch noch sein. Showvorbereitung. Schnell noch mal alle bewegen, nachdem ich schon ein paar Stunden an anderen Pferden „gearbeitet“ habe. Amy muss abnehmen, deshalb bitte alles schweißtreibend.
Leider geht mir da als Erwachsene echt oft die Pippi Langstrumpf flöten!
Balance scheint wie immer das Geheimrezept.
Mia, die kleine Pippi Langstrumpf, ist erwachsener geworden und plant mehr im Spiel.
Und ich Erwachsene? Ich versuche seit ein paar Tagen wieder mehr die Pippi Langstrumpf in mir von der Leine zu lassen und loszulassen von dem vielen MUSS.
Tut gut! Nicht nur mir. Auch meinen Pferden. In diesem Sinne: Zieht ruhig mal zwei verschieden geringelte Socken an, wenn ihr das nächste Mal in den Stall geht und lasst die Pippi von der Leine… 🤸‍♀️

Bild: Mia und Peppa „verschlafen“ die Arbeit miteinander während ich „bierernst“ meine Runden drehe! 😅

Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen und im Freien

Liberty meets Academic 🦋

Das Schimmeltierchen und ich haben uns letztes Wochenende weitergebildet bei der wunderbaren Rebecca Dahlgren von Horse Vision AB.
Für mich vor allem recht neu, der Umgang mit zwei Sticks in den Händen. Mit zwei Stäben in den Händen und ohne Halsring war ich doch ein ganzes Stück meiner reiterlichen Selbstverständlichkeiten beraubt. Eine super Erfahrung, denn alle Sitzhilfen mussten von mir doch recht bewusst wieder neu zusammengesetzt werden (und ich bin noch dabei). Und es ist wie es immer ist. Unsere Pferde sind so unglaublich fein. Während ich etwas grobmotorisch mit meinen Stöcken rumhantierte, hat der Bosse jedes „gefuchtelte Wort“ auf die Goldwaage gelegt und zum Glück ist er mir gegenüber recht wohlwollend eingestellt. So hat er mich nur manchmal etwas scheel über die Schulter angeguckt: „Na haste es jetzt verstanden!?“ Ja, hab ich. Es gibt echt so viel zu lernen! Wie schön lernen sein kann, merkt man, wenn es von so einem Menschen wie Rebecca Dahlgren begleitet wird. Sie hat eine wunderbar positive und humorvolle Art Mensch und Pferd zu unterrichten. Danke liebe Nicole Lariviere, dass Du Rebecca aus Schweden zu uns holst und drumherum eine so schöne Lernathmosphäre schaffst. ☺️ Und Danke liebe Anne-Barbara Bernhard. Ich habe schöne Fotos von uns! 🥰

Die Messe in Erfurt 2019

Spaß hat es gemacht, soviel Besuch von lieben Menschen haben Bosse und ich bekommen: Danke dafür! 🤗 Bosse hat einen riesigen Job gemacht, sich täglich mit mir zusammen selbst überwunden. Es war seine dritte öffentliche Veranstaltung und er war immer allein im Ring, ohne Pferdekumpel. Trotz Aufregung unglaublich bemüht mir zuzuhören und ich trotz Aufregung bemüht ihm ein guter Partner im Ring zu sein. Wirklich schön! So ein tolles Pony! 😘
In unserer letzten Demo ist Bosse dann doch ziemlich an seine Grenzen gekommen. Auch mein Pony hat wohl Grenzen und hier beginnen dann eben auch erstmal meine Grenzen.
Bosse ist cool und souverän. Das heißt aber eben nicht, dass ihn alles vollkommen kalt lässt. Und die Souveränität kann sich eben auch darin äußern, dass so ein Pony nach reiflicher Überlegung beschlossen hat, dass der Ring kein guter Ort zum wohlfühlen ist. Ich habe in der Demo beschlossen ihm kleine Sequenzen Aufmerksamkeit abzufordern und einfache rahmende, bekannte Übungen anzubieten in denen er Sicherheit finden kann. Das hat ein wenig Ruhe gebracht, wirkliches Wohlfühlen war für ihn aber nicht mehr möglich. Und auch für mich war wirkliches wohlfühlen und loslassen schwer.
Und auch nicht gefragt. Denn ich musste auf Bosse aufpassen, präsent sein und ihn mehr und klarer führen als in den Demos zuvor. Das war auch für mich neu, denn im Alltag „streiten“ wir uns eher über andere Themen und Bosse braucht meine Führung nicht unbedingt, um Komfort in der Welt zu finden.
Was nehme ich aus all dem mit?
Erst einmal: Für mein Schimmeltier war der 3. Tag schlicht einfach zu viel (in einer Trainingssituation wäre ich nach dem wirklich schön verlaufenen zweiten Tag zufrieden gefahren).
Und dann: Bosses Ressourcen sind nicht unerschöpflich und auch er hat Grenzen. Da wir hier und da weiterhin öffentlich unterwegs sein werden, bin ich somit gefordert einen Weg zu finden, dass mein sonst so stark und verlässlich erscheinendes Pony mir ein wenig mehr Verantwortung abgibt und sich tatsächlich ein wenig mehr auf mich verlässt…
und vielleicht brauchen wir auch einfach nur noch ein wenig Übung, Zeit & Geduld um auch solche Herausforderungen restlos cool und souverän zu meistern. 😉